Die wichtigsten Fakten internationaler Entwicklungspolitik

Das Erreichte

  • Seit der Vereinbarung der Millenium Entwicklungsziele wissen wir, dass die reichen Industrieländer 0.7% des Bruttosozialproduktes (oder 7 Cent pro 10 Euro Volkseinkommen) in Entwicklungszusammenarbeit während rund 10 Jahren umverteilen sollten, um nachhaltige Entwicklung in den ärmsten Ländern zu erreichen.
  • Norwegen, Schweden, Luxemburg und die Niederlande sind die grösszügigsten Spenderländer der Welt und verteilen bereits mehr als die vereinbarten 0.7% des Bruttosozialproduktes um.
  • In den letzten 20 Jahren (seit 1981) haben es rund 400 Millionen Menschen geschafft, aus der extremen Armut - mit weniger als 1 Dollar Einkommen am Tag - herauszutreten: es gibt heute 25% weniger Menschen in extremer Armut als vor 20 Jahren.
  • Die medizinischen Fortschritte erlauben eine Therapie von Malaria und Tuberkulose. Einfache Moskitonetze würden die Malaria in Afrika massiv eindämmen helfen. Die neuen AIDS Behandlungsmethoden haben die Lebenserwartung stark verlängert und sind inzwischen günstig geworden.
  • 1981 bis 2001 haben insbesondere Länder in Süd- und Ostasien den Anteil extrem armer Menschen deutliche reduziert (Ostasien: von 58% auf 15%) und reduzieren diese Quote weiter.
  • Gemäss Transparency International, die den Korruptionsgrad von Ländern beurteilt, zeichnen sich bereits 6 schwarzafrikanische Länder durch gute, entwicklungsorientierte Regierungsführung aus: Benin, Burkina Faso, Ghana, Madagaskar, Malawi, Mali, Mauretanien, Senegal. Nur 5 von 27 von schwarzafrikanischen Nationen wird eine schlechte Regierungsführung attestiert.

Die Herausforderungen

  • Die meisten Industrieländer leisten erst einen Bruchteil der vereinbarten Auslandshilfe. Beiträge 2007 in % des Volkseinkommens (BSP):
  • Die rund 1000 Millionen Menschen oder 16% der Weltbevölkerung, die Entwicklungsfinanzierung leisten können, spenden im Durchschnitt nur 100 US Dollar (75 EUR) pro Jahr oder 30 Cent am Tag, wobei der Grossteil über die öffentliche Hand, nicht aufgrund von Einzelbeiträgen umverteilt wird.
  • Es leben immer noch 1.1 Mrd. Menschen in extremer Armut mit einem Einkommen unter 1 Dollar pro Tag. Rund 800 Mio. Menschen sind schwerst unterernährt und können aufgrund der mit chronischem Hunger verbundenen, gesundheitlichen Folgen aus eigener Kraft die Armutsfalle nicht verlassen.
  • Täglich sterben rund 25.000 Menschen in extremer Armut einen verhinderbaren Tod. Darunter:
    • 8.000 Kinder an Malaria
    • 5.000 Erwachsene an Tuberkulose
    • 7.500 Jugendliche an AIDS.
  • 1981 bis 2001 hat sich der Anteil von Menschen in extremer Armut in Afrika auf knapp 50% erhöht . Insbesondere beeinflussen klimatische Nachteile, Mangel an Infrastruktur, schlechte Anbindung an weltweite Märkte, Vorurteile, sowie Krankheiten (Malaria, Tuberkulose, AIDS) die Entwicklung Afrikas negativ.

Was zu tun ist

Gemäss dem Wirtschaftswissenschaftler und weltweit führenden Forscher in Entwicklungsfragen Prof. Jeffrey Sachs, Leiter des Earth Institut an der Columbia University in New York und Autor von "Das Ende der Armut", sollten folgende nächste Schritte eingeleitet werden:

  • Eine Selbstverpflichtung zur Beseitigung der extremen Armut sollte abgegeben werden, um bis 2015 extreme Armut zu halbieren und bis 2025 ganz zu elimnieren gemäss den Millenium Entwicklungszielen.
  • Ein konkreter Aktionsplan gemäss bestehenden Entwürfen sollte erstellt werden.
  • Die armen Länder und Schwellenländer sollten sich bei der Weltgemeinschaft mehr Gehör verschaffen.
  • Die USA als mächtigste und reichste Nation der Welt sollte endlich Bannerträger des Friedens und der weltweiten Gerechtigkeit werden.
  • Der Internationale Währungsfond (IMF) und die Weltbank sollten nicht mehr nur Sachverwalter der Gläubigerländer bleiben, sondern ihren Auftrag im Dienste der sozialen Gerechtigkeit wahrnehmen.
  • Die Vereinten Nationen (UNO) sollte insgesamt gestärkt und vor allem effizienter gemacht werden.
  • Die Herausforderungen sollen wissenschaftlich-technisch gelöst werden.
  • Nachhaltige Entwicklung im Sinne des Umweltschutzes sollte stärker gefördert werden.
  • Es sollte jeder einen persönlichen Beitrag leisten, denn es kommt auf jeden Einzelnen an.

Quellen :
- Jeffrey Sachs, Das Ende der Armut , Zweite Auflage, September 2007

Die Millenniumsentwicklungsziele

  1. Den Anteil der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut und Hunger leidet, halbieren
  2. Allen Kindern eine Grundschulausbildung ermöglichen
  3. Die Gleichstellung der Geschlechter und die politische, wirtschaftliche und soziale Beteiligung von Frauen fördern, besonders im Bereich der Ausbildung
  4. Die Kindersterblichkeit verringern
  5. Die Gesundheit der Mütter verbessern
  6. HIV/AIDS, Malaria und andere übertragbare Krankheiten bekämpfen
  7. Den Schutz der Umwelt verbessern
  8. Eine weltweite Entwicklungspartnerschaft aufbauen